Macht mal halblang, ihr Dauer-Nörgler und Schlechtreder

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Es gäbe genug Gründe, um den ganzen Tag mit „schönen“ Diskussionen über die Ursachen des 1:3 in Mainz zu füllen, manche spinnen gleich wieder Verschwörungstheorien. Wenns euch Spaß macht, bitteschön. Ich mache da nicht mit.

Wir müssen uns nicht darüber streiten, dass das ein richtig schlechtes Spiel von uns war. Offensiv wie defensiv lief da herzlich wenig zusammen. Wir haben hinten katastrophale Fehler gemacht und vorne fehlte trotz massig Ballbesitz mal wieder der Zug zum Tor. Das war richtig Bockmist, was wir da in 90 Minuten auf den Platz gebracht haben und daran muss die Mannschaft arbeiten. Da sind wir uns doch einig, oder? So, das ist ja schon mal ein Anfang.
Jetzt aber bringe ich mal einen Punkt ins Spiel, an dem wohl einige den Zeigefinger heben werden und zeitgleich ein lautes „Ja, aber“ ihren Mund verlässt.

Habt ihr mal überlegt, warum wir in Mainz verloren haben? Ich meine, so richtig überlegt. Nicht in Facebook in Gruppen gestöbert und die obersten Kommentare von irgendwelchen Frust-Posts gelesen und diese Meinung dann übernommen. Ne, das zählt nicht.

Ich habe in Mainz eine Mannschaft gesehen, die nicht gut gespielt und absolut verdient verloren hat. Das macht mich sauer und darüber bin ich genauso enttäuscht wie ihr. Aber ich habe auch eine Mannschaft gesehen, die beim Stand von 0:3 nicht aufgegeben hat und das Spiel nach dem 1:3 nochmal hätte spannend werden lassen können. Mainz hatte aber genau das richtige Rezept, um uns weh zu tun. Dann hats halt gestern mal nicht gereicht. So ist das nun mal im Fußball. Und trotzdem drehen hier alle wieder durch.
Weil wir gegen eine richtig starke Truppe verloren haben? Weil wir nach vielen Englischen Wochen und ordentlich Verletzungspech auf dem Zahnfleisch gehen? Oder warum eigentlich?

„Weil sie sich Sonntagnachmittags vor den Fernseher, vor den Ticker oder den Tele-Text setzen und nur darauf warten, dass wir in Rückstand gehen. Dann öffnen sie ihre Facebook-App und die muntere Hetzerei geht los. „Wir werden sowieso nie was gewinnen“, „Rudi deckt seit Jahren die schlechten Leistungen des Teams, „Schmidt muss weg“, „Die Mannschaft ist die reinste Verlierer-Truppe“ – nur einige Auszüge aus den sinnlosen Ergüssen der doch so treuen Bayer-Fans.“

Gehen wir doch mal drei Tage auf der Zeitleiste zurück: Donnerstag haben wir 3:1 gegen den portugiesischen Tabellenführer gewonnen und sind absolut verdient weitergekommen. Wir haben Rudi und Roger besungen und mal wieder nen schönen Europokal-Abend erlebt. Richtig blöd war an dem Abend eigentlich nur, dass wir Kieß und Papa verletzungsbedingt verloren haben.

Kann doch nicht sein, dass wir Donnerstag unseren Trainer besingen und drei Tage später seinen Rauswurf fordern. Genauso wenig kann es sein, dass wir drei Tage später auf einmal wieder die Mega-Verlierertruppe sind, die sowieso nie irgendwas gewinnen wird. Und am Mittwoch stehen dann genau diejenigen wieder mit nem Schild im Stadion „Roberto, gibt mir dein Trikot“.

Ich rede hier nichts schön. Glaubt mir, jede Niederlage tut mir genauso weh wie euch. Trotzdem ist es doch Wahnsinn, wie schnell die Stimmung bei uns zwischen „Oh mein Gott, wie geil war das denn“ zu „Boah, geht mir die Verlierer-Truppe auf die Nüsse“ schwankt.

Macht doch mal halb lang. Wir werden diese Saison kein Meister mehr, und der Europa-League-Sieg ist jetzt auch nicht unbedingt realistisch. Was erwartet ihr also? Wir sind in Tuchfühlung der Champions League. Aktuell haben wir mächtig Verletzungssorgen und einige Nebenkriegsschauplätze zu bewältigen. Durch diese Zeit müssen wir jetzt durch. Entscheidet für euch selbst, wie ihr diesen Weg geht.

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Von Pillenliebe

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