Meine erste schwarz-rote Woche als Papa!

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Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, immer ein paar Zeilen zu schreiben. Irgendwas fällt mir schon ein, habe ich mir nach dem Spiel gegen Leipzig gedacht. Jetzt muss ich aber mal wieder, sagte ich zu meiner Frau nach der Partie in Moskau. Doch es ging nicht. In meinem Kopf dreht sich gerade alles um Windeln, die richtige Portionierung der Babynahrung und die Frage, wieviel RedBull eigentlich der Körper verträgt. Heute aber nehme ich mir zehn Minuten meiner Zeit und tauche aus dem Mikrokosmos eines wundervollen 51-Zentimeter-Geschöpfes auf, um ein paar Gedanken zu der vergangenen Woche unterm Bayerkreuz niederzuschreiben.

Wir hatten im Krankenhaus ein Familienzimmer, all inclusive versteht sich. Da hat man sein eigenes Bad, ist für sich und die Krankenschwestern bringen einem auf Wunsch sogar Getränke. Die platzierte mein Sohnemann gekonnt auf meinem T-Shirt. Manche mögen es spucken nennen, ich empfand es als lauwarme Milchdusche passend zum frühen 1:0 gegen Leipzig. Auch mal was anderes.

Natürlich bin ich nicht ins Stadion gegangen, sondern habe das Spiel auf dem Tablet verfolgt. Ich hatte auch kurz überlegt, das Ding einfach auszulassen. Die Geburt ist sicher schon anstrengend genug gewesen für den kleinen Mann und ich wollte nicht, dass er angesichts der Leistung unserer Jungs wieder zurück möchte.

Wie gesagt: Als frischgebackener Papa fällt es mir schwer, überhaupt an was anderes zu denken als meinen Sohn. Um mir nicht irgendwelche sinnlosen Sätze zu Spielanalysen aus den Fingern schreiben zu müssen, die nur Zeit kosten, mache ich es einfach: Das Spiel gegen Leipzig war auf der Papa-Skala eine volle Windel nachts um drei mit anschließendem Fläschen geben und stundenlangem Hin-und-Her-Laufen unter Dauergesang. Schlimmer geht’s eigentlich nicht.

Halbzeiten so unterschiedlich wie die Farbe von Baby-AA

Gegen Moskau habe ich nur bis zur 88. Minute geschaut, dann habe ich den Fernseher ausgemacht. Ich möchte ein ausgewogener und friedvoller Vater sein. Mehr brauche ich dazu wohl nicht zu sagen.

Gut für uns, dass Volland langsam in Fahrt zu kommen scheint. Schlecht für uns, dass wir immer noch keine Konstanz in unserem Spiel haben. Wir spielen Halbzeiten so unterschiedlich wie die Farbe von Baby-AA. Es fängt ganz flüssig an und wenn du denkst, „läuft doch“, kommt das zähe Ende und du wünschst dir einen Ganzkörperanzug und Schmiergelpapier.

Auf der Papa-Skala war das 1:1 gegen Moskau deshalb eine volle Windel morgens um 6, weil es ja eigentlich ganz ruhig angefangen hat und erst gegen Ende schlimmer wurde.

Nicht zu viele Schulterklopfer für eine 1:2-Niederlage

Und dann gestern gegen Bayern. Ich finde, wir haben das gut gemacht. Trotzdem sollten wir uns für eine 1:2-Niederlage nicht zu lange auf die Schulter klopfen. Diese Bayern waren zu schlagen, und es wäre möglich gewesen. Uns fehlte mal wieder der Punch, um eine gute Leistung mit Punkten zu krönen. Vielleicht auch ein bisschen Glück, wenn man an die Szene von Volland mit Martinez denkt.

Klaus Schenkmann: „Die Jungs mit ihren coolen Nachwuchskickern haben alles gegeben, ohne belohnt zu werden: Die Passivitätsphase nach der Pause und ein ausgebliebener Pfiff (keine Kritik – das war schwer zu sehen) standen Punkten im Wege – aber dickes Kompliment an die Werkself!“ #einsatzzumspiel

So bleibt ein bisschen das Gefühl hängen, dass diese Woche uns zwar das Achtelfinale in der Champions League gebracht hat, wir aber immer noch taumelnd durch die Liga rennen.

Auf der Papa-Skala war das Spiel gegen den FCB deshalb eine ziemlich heftig riechende halbvolle Windel: Man befürchtet das Schlimmste, und am Ende ist es doch gar nicht so übel.

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