Weitermachen!

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Gut gemacht, weiter geht’s! Das wäre eigentlich alles, was es zu dem 2:1 gegen Wolfsburg zu sagen gibt. Wir haben keine Zeit, uns auf die Schulter zu klopfen und schon gar keinen Grund dazu. Von Trendwende möchte ich deshalb noch nichts wissen.

Ich habe das Spiel gestern nur mit einem Auge verfolgt und mir deshalb eben die Aufnahme angeschaut. Wir haben bei uns im Flur einen Teppich rausgerissen, der wohl noch mehr Trainer überlebt hat als Rudi Völler. Unser Sportdirektor wird wohl auch noch länger da sein als Schmidt. Hätte wetten können, dass der nach Lotte weg muss – also Schmidt jetzt, nicht der Teppich. 

Aber die Bosse halten am Coach fest, wir haben schließlich eine Ergebnis- und keine Trainerkrise. Entschuldigung, wir „hatten“ eine Ergebniskrise. Die ist mit dem 2:1 gegen Wolfsburg ja dann vorbei. Passt doch wieder alles, prima! 


Klaus Schenkmann: „Wenige Lichtblicke reichen, um das Spiel gegen die harmlose Autostadt zu drehen: 3 wichtige Punkte, die nichts an der Pokal-Enttäuschung ändern und an dem miesen Gefühl, dass eine andere 11 (die von Wolfsburg) wohl immer noch Richtung Berlin unterwegs wäre!“ #einsatzzumspiel

Ich bin pro Schmidt und finde es gut, dass wir nicht bei der ersten Krise die Arbeit von 2 1/2 Jahren in Frage stellen. Ich bin aber auch pro ehrliche Worte und Krisenmanagement auf Augenhöhe. Unseren ergrauten Herren im Anzug würde ich jedenfalls eher eine Versicherung abkaufen als mich von ihren Statements noch länger in den Schlaf erklären zu lassen. Nach Lotte fehlte mir einfach diese Wir-sind-Sparta-Rede! Sorry, aber den Dienstag habe ich immer noch nicht ganz verarbeitet. 
 
Deswegen bin ich auch vorsichtig, was den Sieg gegen Wolfsburg angeht. Trendwende? Macht das mal lieber ohne mich! Die drei Punkte sind super wichtig, aber der Misthaufen vor unserer Tür stinkt dadurch nicht weniger. Den haben wir uns in den letzten Wochen selbst dort hingesetzt, und der bleibt auch noch eine ganze Weile da. Durch den Sieg gegen Wolfsburg haben wir aber zumindest mal die Schippe in die Hand genommen. Weitermachen!
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2 Kommentare

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  • Ich stimme dir zu. Die drei Punkte waren extrem wichtig, aber eine Trendwende sehe ich genau so wenig. Nur wieder ein typisches Bayer-Spiel.
    Ich finde der Haufen Mist vor der Tür stinkt immer noch genau so stark wie letzte Woche. Ich bin nur froh, dass wir am Samstag nicht schon wieder hinein getreten sind.

    Mir fehlt (schon seit einiger Zeit) das Konzept. Klar, das hat man schon öfter gehört. Ich würd`s gerne erklären:
    In meinen Augen spielt die Mannschaft diese Saison jedes Spiel so, als hätte der Trainer sie rausgeschickt mit den Worten: "Los, ihr macht das schon". Manchmal geht das gut. Manchmal aber auch nicht.
    Dementsprechend ist die Mannschaft nie auf den Gegner eingestellt, was sich in den häufigen Rückständen zeigt. Die Mannschaft rauft sich dann immer wieder bravourös zusammen und zeigt durch großen Willen, dass sie es doch können. Dann steht es aber schon 0:1. Zweite Halbzeiten beim Bayer sind oft hoher Druck und viel Kampf. Aber doch kein diszipliniertes, taktisch überlegenes Spiel.
    Neben der Anleitung, wie man einen Gegner bespielt, mangelt es zusätzlich an Konzentration. Deswegen verlieren wir immer wieder gegen kleinere Gegner. Deswegen gehen wir oft in Rückstand und deswegen können wir auch nur bei Rückstand diesen Druck aufbauen und den Gegner mal in der eigene Hälfte festspielen.
    Deswegen haben wir aber auch gegen Dortmund gewonnen. Weil nämlich da die Einstellung auf einmal stimmt.

    Das ist wie bei mir damals in der Schule mit den Hausaufgaben. Ich habe auch immer nur soviel gemacht wie ich musste. Nur wenn es besonders wichtig war,(Dortmund) oder wenn ich gemerkt habe, es ist kurz vor 12 und ich muss jetzt (Hamburg, Mainz, Wolfsburg,…) ging's plötzlich. Danach ist wieder Komfortzone, 80% und gute Laune reichen in den meisten Fällen für ein durchschnittliches Ergebnis. Am Ende hab ich ABI mit 2,5 gemacht. Und die Mannschaft schafft es wieder in den Europa-Cup oder sogar die Champions-League. Ziel also erreicht.
    Wenn man es so betrachtet stehen da auf dem Platz halt auch nur elf Jungs, nicht viel älter als ich damals beim Abitur, die sehr talentiert, aber ohne jegliche Lebenserfahrung und grün hinter den Ohren. Da brauchste nicht nur den Lehrer, der denen die Taktik beibringt, sondern auch den Papa, der denen Selbstvertrauen, Einstellung, Disziplin und das Selbstverständnis gibt, dass man zusammen über 90 Minuten besser ist als die 11 auf der anderen Seite. Dass extrem viel Psychologie im Fussball steckt, weiß man ja. Das zeigt ja auch immer wieder der Pokal. Da gewinnste als Underdog nur mit 110 Prozent, einer Portion Eier und 120 Minuten Konzentration.

    Andersrum gab es nämlich diese Saison immer wieder auch mal Punkte, an denen die Mannschaft mit dem Gefühl "Läuft schon" schlampig wurde. Moskau ist wohl das beste Beispiel. Da läuft es auf einmal so toll, dass die Kinder übermütig werden, und das geht dann eben auch schief. Auch die insgesamt eher niedrige Torquote spricht meiner Meinung nach für eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit.
    Wann haben wir denn auch mal einen Gegner über 90 Minuten dominiert und nach Führung konsequent weitergespielt? Ausser gegen Dortmund haben wir doch noch nicht mit 2 Toren gewonnen. Das kann man lernen! Und das ist in meinen Augen das, woran ein Trainer arbeiten muss.
    Dummerweise sah das letzte Saison schon genau so aus. Bis es 5 vor 12 war, wir auf Platz 10 standen und 3:0 gegen Augsburg hinten lagen.
    Das ist auch der Grund, warum die Meinungen zum Schmidt auseinander gehen. Wir haben keine Ergebnis-Krise, denn am Ende sieht es immer in Ordnung aus. Letzte Saison Dritter. In der Champions League ungeschlagen. 2:1 in Wolfsburg gewonnen. Aber immer mit unnötigem Kraftakt und immer auf den letzten Drücker.

    Da kann man sagen, das reicht ja. Aber mir ist es zu riskant, weil es auch mal schief gehen kann. Und es könnte auch anders funktionieren. Deswegen bin ich kein Freund von Übungsleiter Schmidt.

    Entschuldige, mein Kommentar ist länger geworden als geplant. Was meinst du? Ich würde mich über Feedback freuen.

  • Wahnsinn, du hast ja mehr geschrieben als ich! Erstmal vielen Dank dafür. Freut mich einfach sehr, wenn ich solch tolle Reaktionen auf meine Posts bekomme. So, jetzt geht's ans Eingemachte: Das Beispiel mit der Schule finde ich gut und passend. Tatsächlich hat man das Gefühl, dass unsere Truppe ein bisschen führerlos unterwegs ist. Es scheint ein klarer Plan zu fehlen und eine Idee, wie man den Gegner dominieren kann. Erst wenns nicht läuft, scheint die Mannschaft einen Gang höher schalten zu können – beziehungsweise sich ins Spiel kämpfen zu können. Mir fehlt da genauso wie dir Struktur und ein erkennbares Konzept. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das allein Sache des Trainers ist. Er trägt die Verantwortung, das ist klar. Nur vielleicht können unsere Spieler seinen Plan nicht umsetzen. Vielleicht fehlt es an Spielintelligenz in der Mannschaft. Ein Rolfes war vielleicht nicht der talentierteste Spieler, aber einer mit Grips in der Birne. Er war der verlängerte Arm vom Coach und wusste das Spiel zu lesen. Möglicherweise fehlt uns einer, der den Takt bestimmt und der Mannschaft Stabilität gibt. Ist nur eine von vielen Thesen, die in diesen Tagen durchs Netz schwirren. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Ich tue mich im Moment noch schwer damit, das alles Schmidt in die Schuhe zu schieben. Ich erinnere mich an das Spiel in Barcelona, als wir im Camp Nou die beste Mannschaft der Welt eine Halbzeit an die Wand gespielt haben und das Spiel gewonnen hätten, wenn Chicharito damals das Ding reingemacht hätte. Auch in der Liga sind wir unter Schmidt stabiler geworden und konnten uns zweimal direkt für die Cl-Quali qualifizieren. Wollen wir das alles jetzt in Frage stellen, weil's gerade richtig beschissen läuft? Ich bin mir nicht sicher.

Von Pillenliebe

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