Ein unvergesslicher Abend – mit H.P., M.D. und M.B.

Bayer 04 Blog Pillenliebe berichtet über Spiel Bayer 04 vs. Borussia Mönchengladbach

E6, Reihe 3, Platz 15. Zahlen, die bis Samstag für mich ohne Bedeutung waren. Heute aber, an diesem Montagabend, bin ich mir sicher: Ich werde diese Zahlen nie wieder vergessen. 

Ich weiß nicht, ob ein Computer sie mir zugelost hat oder ein fleißiger Mensch beim Ticketing. Jedenfalls stehen sie hier, Schwarz auf Weiß auf einem Stück Papier. Meine Glückszahlen im Stadion-Lotto. Meine Koordinaten, denen ich am Samstag erwartungsfroh gefolgt bin. Um wieder Ekstase, Ärger und all die schönen und weniger schönen Emotionen im Fußballtrikot erleben zu dürfen. Live. Im Stadion!

Heute, zwei Tage später, sind es nur noch Zahlen. Das Papier, auf dem Sie gedruckt sind, eignet sich höchstens noch als Notizzettel. Die Tickets haben ihren Zweck erfüllt.

Dennoch bleibt dieser Platz 15 in Reihe 3, Block E6 ein ganz besonderer Platz für mich. Hier habe ich meine Stadion-Rückkehr erlebt. Nein, erlebt ist das falsche Wort. Ich habe meine Stadion-Rückkehr gefeiert!

Schon vor dem Spiel Gänsehaut

Es war ein fantastischer Abend, den ich mir nicht schöner hätte vorstellen können. Frühe Führung. Klasse Stimmung. Super Leistung der Mannschaft. Ein überzeugender Sieg, der Hoffnung und Lust auf mehr macht. 

Aber da ist noch mehr passiert am Samstag. Ich spreche von den kleinen Momenten. Von Momenten, die abseits des großen Spektakels stattgefunden haben – und für mich so wichtig wie jedes der vier Tore waren. 

Sieht auch von E6 gut aus – der Endstand.

Zum Beispiel vor dem Spiel beim Aufwärmen: Ich stehe auf meinem Platz, Bier in der Hand und schaue der Mannschaft beim Warm-Up zu. Nach den Torschüssen machen sich die Spieler auf den Weg zu ein paar letzten Sprints. Jonathan Tah kommt als erster zur Seitenlinie. Aus der Nordkurve klatschen ihm ein paar Zuschauer zu. Immer mehr schließen sich an und klatschen mit. Wie eine Welle schwappt der Applaus von Block zu Block. Bis das ganze Stadion klatscht. “Wir sind zurück und bereit, alles für Euch zu geben.” Das musste in diesem Augenblick niemand sagen. Das hat man einfach gespürt. Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut. 

Und ich muss ehrlich sagen: Ich war mit der Situation auch ein Stück weit überfordert. Die Lautstärke. Die Emotionen. Das kannte ich ja alles nicht mehr. Nach dem 2:0 war ich durch. Einfach platt. Also quasi die restlichen 80 Minuten vom Spiel. 

Zu meiner Verteidigung: Seit 1997 war ich am Stück noch nie so lange nicht im Stadion. Wenn man so möchte – das Spiel am Samstag war meine Resozialisierung als Fußball-Fan. 

Und aufm Platz so?

Mitchel Bakker war für mich der X-Faktor in diesem Spiel. Körperlich (über)präsent, zweikampfstark, torgefährlich: Was kann der Mann eigentlich nicht? Ich ärgere mich, dass ich ihn nicht in meiner Kicker-Elf habe. Super eingekauft, Herr Rolfes!

Momente, die in Erinnerung bleiben

Ich bin sehr glücklich, dass Fußball im Stadion wieder ein Teil meines Lebens ist. Diese Emotionen gehören einfach zu mir. Sie machen mich zu der Person, die ich bin. Das mag komisch klingen für Menschen, die mit Fußball nicht viel anfangen können oder das neutraler sehen. 

Aber für mich bedeutet der Stadionbesuch mehr als 90 Minuten Fußball gucken. Wenn ihr ab und zu meinen Blog lest, wisst ihr es wahrscheinlich: Ich gehe mit meinem Vater ins Stadion. 

Er hat mich vor 24 Jahren das erste Mal mitgenommen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich habe mit ihm (und dank ihm) so viele besondere Momente erlebt, die so nur im Fußball-Stadion möglich sind. Wann sonst liegt man sich mit dem Vater freudetrunken in den Armen und tanzt zu den Atzen? Wann sieht man seinen Vater mit Tränen in den Augen, aber voller Stolz klatschen? Wann hört man seinen Vater sonst (außer wenn man selbst gemeint war) Schimpfwörter brüllen? Das sind Erinnerungen, die bleiben. Umso schöner, dass wir dieses Bilderalbum im Kopf mit weiteren einzigartigen Stadion-Momenten füllen dürfen. 

Wer weiß, wann es wieder möglich sein wird. Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich wieder in der Nordkurve stehe, auf meinem eigentlichen Platz. Ich werde rauf schauen zu E6, mich an diesen besonderen Abend im August 2021 erinnern und innerlich ein leises “Döp,döp,döp,dödö,döp,döp,döp…” anstimmen.

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