Der Trainer ist nicht schuld

Die Trainerwunschbox auf werkself.de hat in diesen Tagen so viele Klicks wie lange nicht mehr. Klar, der Trainer trägt als sportlicher Leiter die Verantwortung. Aber ist es nicht etwas zu einfach, die aktuelle Krise nur an der Arbeit von Sami Hyypiä festzumachen? Eindeutig ja!

Kein Hyypiä-Problem, ein Bayer-Problem

Dass die Werkself in der Rückrunde oftmals nicht an die teilweise herausragenden Leistungen der Hinserie anknüpfen kann, ist ja nichts Neues.Viele Trainer hatten in der Vergangenheit ähnliche Probleme. Da konnte selbst ein Jupp Heynckes nicht gegensteuern, als es in der Rückrunde nicht mehr lief. Und jetzt haben wir einen Trainer-Neuling auf der Bank sitzen, der bisher einen hervorragenden Job gemacht hat. Ob ein erfahrener Trainer der Mannschaft im Moment mehr helfen könnte? Ich glaube nicht!
Was würde ein Jupp Heynckes, ein Christoph Daum jetzt tun? Vielleicht würde Daum mit einer Brandrede die Mannschaft anspornen, um endlich mal zu kämpfen und den unbedingten Willen zu zeigen, ein verloren geglaubtes Spiel noch zu drehen. Ein Jupp Heynckes würde wohl viele Gespräche mit den Spielern führen und ihnen mit seiner Erfahrung und väterlichen Art helfen, die schwierige Situation zu meistern. Und was macht ein Hyypiä?
Fakt ist, dass er bis jetzt vieles richtig gemacht hat. Sonst würden wir nach so einer Niederlagenserie nicht mehr auf Platz zwei stehen. Fakt ist aber auch, dass er die Mannschaft zuletzt offensichtlich nicht motivieren konnte, bis an ihre Leistungsgrenze zu gehen. Aber solche Niederlagen wie gegen Kaiserslautern und Paris hatten wir in der Vergangenheit immer schon mal dabei. Das ist irgendwie typisch für Bayer, leider!

Der Kader stößt an seine Grenzen

Der Trainer hat in der Hinrunde das Beste aus der Mannschaft herausgeholt. Da wurden vielleicht Schwächen kaschiert, die jetzt umso mehr auffallen. Wenn Führungsspieler wie Rolfes, Castro und Kießling in wichtigen Spielen nicht annähernd das zeigen, was sie können, hat das nichts mit dem Trainer zu tun, sondern mit der Qualität der Spieler.
Das fällt dann auf Rudi Völler zurück. Er hat den Kader in den letzten Jahren mit der Zielgabe zusammengestellt, die Champions League zu erreichen. Dafür haben wir zuletzt Emre Can, Eren Derdiyok, Emir Spahic und Heung-Min Son geholt. Alles gute Spieler, aber um in der Meisterschaft und Champions League was reißen zu können, muss etwas an der Basis der Mannschaft getan werden. Es fehlt an Führungsspielern. Es fehlt an Spielern, die mit ihrer Leistung das Team mitreißen. Ich muss da an den Spielertypen Arturo Vidal denken oder einen Sami Hyypiä.
Der Trainer Hyypiä hat aber wohl nicht mehr viel Zeit, zu beweisen, dass er die Mannschaft wieder auf Kurs bringen kann. Ich glaube, nach einer Niederlage gegen Mainz wird er öffentlich angezählt. Für mich wäre ein Trainerwechsel aber absolut sinnlos. Dann holen wir einen neuen Trainer, der die Mannschaft erstmal wieder auf Vordermann bringt und dann kommen diese alten Probleme wieder ans Licht, die Bayer schon seit Jahren plagen. Der Verein sollte die Krise mit Hyypiä durchstehen und aus der Situation lernen.
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Vielleicht sollte man auch einmal an der Taktik arbeiten. In der erfolgreichen Zeit unter Heynckes wurde mit und ohne Ball viel mehr variiert. Leverkusen hatte fast immer viel mehr Ballbesitz als der Gegner. Ballbesitz gibt Sicherheit im Pass- und Aufbau-Spiel. Der Gegner wurde tief in die eigene Hälfte gedrängt. Es wurde so lange gepasst bis ein Stürmer in aussichtsreicher Position frei stand. Ansonsten hatte man einen Toni Kroos der auch mal einen Weitschuss riskierte. Heute stellt sich jeder Gegner auf Leverkusen ein. Sie machen den Raum eng und kontern Leverkusen gnadenlos aus. Dabei reichen schon wenige Torchancen um zum Ziel… Weiterlesen »