Schrottreif?!

In Leipzig haben wir deutlich vor Augen geführt bekommen, woran es uns momentan fehlt: an allem. Ein Torschuss stand am Ende der 90 Minuten für uns zu Buche – der auch noch aus dem Abseits erfolgte. Zwar spielten wir kontrollierter und ließen insgesamt wenig zu, aber das ist insgesamt einfach viel zu wenig.

Die Offensive: Wie ein Turbolader, der nicht mehr zündet.

Tatsächlich scheint die Mängelliste der Werkself länger als die unseres 20 Jahre alten Seat Ibiza, der seit einer halben Ewigkeit unbewegt in der Einfahrt herumsteht.

Die Defensive? Größtenteils stabil, aber wenn es drauf ankommt, nicht zuverlässig. Das Mittelfeld? Wenig griffig und zu langsam im Umschalten nach vorne. Der Angriff? Wie ein Turbolader, der nicht mehr zündet. 

Allerdings müssen wir auch über den Schiedsrichter reden. Der Freistoß vor dem 0:1 war eine harte Entscheidung. Möglicherweise sogar eine falsche. Noch schlechter als die Leistung des Schiedsrichters war nur unser Defensivverhalten vor dem Treffer. 

Aber: Wer verteidigt wie ein Kreisligist, der darf sich auch nicht über die amateurhafte Leistung des Schiedsrichters beschweren. 

Der Schiedsrichter: schlecht, die Abwehr: schlechter

Nach dem 0:1 war das Spiel eigentlich entschieden. Unseren Spieler fehlte jede Idee, wie sie die stabile Defensive der Leipziger gefährden konnten. Oder sie wollten nicht mehr riskieren – aus Angst, den Leipzigern Chancen zu ermöglichen und die nächste hohe Auswärtsniederlage wegstecken zu müssen. 

Das 1:5 in Frankfurt war die bisher schlechteste Leistung der Saison. Und das bleibt sie vorerst auch. Aber die Niederlage gegen Leipzig tut trotzdem weh. Weil ich – und das geht euch vielleicht auch so – nach dem 2:2 in Madrid die Hoffnung hatte, dass dies nun endlich das Schlüsselerlebnis war und es jetzt besser wird.

Ist es mit kleinen Reparaturen getan?

Aber das war naiv. Denn die Gründe für diese Krise liegen viel tiefer, als dass man sie mit einem Unentschieden in Madrid einfach so wegwischen könnte.

Man kann nur hoffen, dass Xabi Alonso schnell Lösungen findet – oder um es anders zu sagen: Xabi Alonso muss den stotternden Motor wieder ans Laufen bekommen. Wie bei unserem Ibiza muss man sich aber auch die Frage stellen: Ist es mit kleineren Reparaturen getan? 

Auch wenn wir einzelne Teile austauschen oder reparieren, wird aus unserem Ibiza kein Porsche mehr – und aus dieser Mannschaft kein Spitzenteam. Aber vielleicht geht es aktuell gar nicht mehr darum, schnell zu fahren. 

Wir müssen einfach nur dafür sorgen, dass wir nicht als Letzter ins Ziel kommen. 

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