Wir haben nicht daran geglaubt

Das hier wird kein Abriss. Ich bin mega enttäuscht, so wie ihr alle. Aber man muss akzeptieren, dass Bremen gestern einfach die bessere Mannschaft war. Ich möchte auch nichts über die sportlichen Gründe für das Ausscheiden schreiben, denn viel mehr beschäftigt mich etwas anderes. 

Ich weiß, dass Kritik an den Fans meistens nie gut ankommt. Aber ich bin selber einer, deswegen erlaube ich mir das heute mal. Damit sind aber nicht spezielle Fangruppen gemeint – es geht um alle.
Ich stelle mir die Frage: Warum haben wir Fans es nicht geschafft, eine Euphorie, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, warum sind wir das Projekt “Berlin” nicht gemeinsam angegangen und haben die Mannschaft durch solche Spiele wie gestern getragen?  

Stattdessen mussten wir uns im eigenen Stadion die Playlist der Bremer Sangeskultur rauf und runter anhören und erleben, was Aufopferung für den Verein bedeutet. Mehr als 4000 Bremer werden das wohl gewesen sein, die bei diesem Mistwetter den weiten Weg zu uns auf sich genommen haben. Und warum? 
Weil sie der Mannschaft von der ersten Minute an das Gefühl geben wollten, dass das gestern ein besonders wichtiges Spiel ist. Wieviele Schwarz-Rote waren da, als Leno auf den Platz kam und von den Bremern an die Wand gepfiffen wurde? Die Nordkurve, ok. Und der Rest, 500 vielleicht?
Auf die sportliche Leistung darf ein voller oder leerer Block eigentlich keine Auswirkungen haben. Trotzdem glaube ich, dass es auch einen 23-Jährigen, der für sein Alter schon viele Spiele gemacht hat, ungemein pushen kann, wenn er aus dem Tunnel aufs Spielfeld zum Warmmachen kommt und das halbe Stadion sich erhebt. 
Das ist jetzt nicht erst seit gestern so. Ich kann und will hier auch nicht die Welt verbessern, wahrscheinlich wird sich die Einstellung einiger Fans nie ändern. Aber ich möchte das einfach mal loswerden, weil es mich tierisch aufregt. Denn gerade in so Spielen wie gestern macht sich diese ganze Lethargie auf den Rängen wieder bemerkbar. 
Ich habe seit 1996 so gut wie kein Heimspiel verpasst. Es gab in dieser Zeit Momente, in denen ich nicht sicher war, ob das alles Sinn macht. Es gab aber auch Momente, in denen es das geilste Gefühl auf der Welt war, das Bayer-Kreuz auf der Brust zu tragen. Vielleicht muss man einfach ein bisschen bekloppt sein, um genau diesen Verein zu lieben. 
Und genau diese Beklopptheit fehlte mir gestern. Beim “Alles-oder-Nichts-Spiel” gegen Lazio war sie da, da hat das ganze Stadion die Mannschaft angetrieben und ihr signalisiert “gemeinsam schaffen wir das”. Wäre schön, wenn sich das zumindest ein paar Mal in der Saison wiederholen würde. Träumen darf man ja. 
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